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Daily Drabble - Hetalia

von

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1. Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung

Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung, wer hatte das zu ihm gesagt? Amerika konnte sich nicht erinnern. Er war vollkommen nass und kalt geworden, trotz seiner Jacke. Wie konnte eine Jacke falsch sein?

„Los, zieh dich schnell aus und trockne dich ab“, kommandierte England und schob ihn ins Bad. So hatte Amerika sich das nicht vorgestellt. Schnell tat er wie befohlen und sah sich dann um. Er hatte keine Wechselkleidung. Also wickelte er sich das Handtuch um und ging los um England nach Hilfe zu fragen.

Nach dessen Reaktion zu schließen, hatte er nun die richtige Kleidung an.

4. Hundstage

„Es ist zu warm!“, stöhnte Preußen. Er lag schon seit dem Morgen im Pool und versuchte sich möglichst wenig zu bewegen.

Deutschland dagegen werkelte schon wieder an etwas herum. „Du hast dich hoffentlich eingecremt und vergisst nicht das Trinken, sonst bekommst du schon wieder einen Hitzschlag“, ermahnte der Jüngere.

Preußen wackelte träge mit den Beinen um sich in seine Richtung zu drehen. „Was machst du da eigentlich? Komm rein“, ignorierte er die Ermahnung.

„Ja, ja. Sobald ich hier fertig bin, dann können uns die -“ Ein lautes Platschen erklang und plötzlich waren mehrere Hunde im Wasser. „Hunde auch nicht mehr überraschen.“

8. Pfützenspiegel

Das Wasser war glatt, kein Wind kräuselte die Oberfläche. Es glitzerte deswegen auch nicht in der Sonne, sondern war fast dunkel.

Kanada beugte sich fasziniert darüber um es besser betrachten zu können. Sein Gesicht spiegelte sich deutlich darin. Und er nahm die seltene Gelegenheit wahr sich selbst anzuschauen.

Er sah dem Jungen aus der Nachbarschaft tatsächlich ähnlich. Aber trotzdem vergaßen ihn alle schnell wieder. Ob sich das wohl änderte, wenn er mehr lachte? Vorsichtig lächelte er sich selbst an.

„Jippie!“, rief eine Stimme und im nächsten Moment spritzte Wasser in Kanadas Gesicht. Der Junge zerstörte die Illusion mit seinen Füßen.

10. durchnässt

Litauen schaute an sich herab und dann zu Preußen. Sie waren beide triefend nass und es war seine Schuld.

Wütend stapfte Litauen durch das Wasser auf Preußen zu. „Du bist so ein Idiot!“

„Nein, ich bin der Beste!“, lachend wich Preußen aus und spritzte Wasser in Litauens Richtung.

„Na warte!“ Mit einem Sprung durch die Spritzer stürzte er sich auf Preußen und erwischte ihn tatsächlich. Schnell tauchte er ihn unter.

Prustend kam Preußen vor Litauen wieder zu stehen. „Aber du bist doch zu heiß“, grinste der blöde Blonde ihn an und zupfte an Litauens Oberteil. Und plötzlich küssten sie sich.

13. Nebelhorn

Grau, grau, grau. Überall wohin er schaute war es grau. Wie weit er wirklich sehen konnte, wusste er nicht. Ohne Anhaltspunkte ließ es sich nicht schätzen. Er musste nach seinem Gefühl navigieren und hoffte, nicht zu weit vom Kurs abzukommen. Ohne Signalfeuer war es schwer zu sagen und die waren hier sehr weit auseinander, weil kaum jemand aus der Gegend bei diesem Wetter raus fuhr.

„Litauen, hier her! Wo bleibst du denn?“, rief eine vertraute Stimme durch den Nebel. Auf Preußen war Verlass. Wer brauchte schon Signalfeuer, wenn er solch einen Freund hatte, dachte Litauen mit einem Lächeln im Gesicht.

15. verhagelt

Verzweifelt schaute Ukraine sich um. Sie wollte weinen. Auch wenn das nicht helfen würde.

Ein einziger Hagelschauer und ihre gesamte Ernte war dahin. Statt glücklich ihren Geburtstag zu feiern, stand sie betrübt zwischen ihren Feldern und begutachtete den Schaden. Wohin sie auch sah, überall lagen die Halme am Boden und die reifen Körner waren aus ihren Hüllen geschlagen worden. Es wäre ein Wunder, wenn sie mit dem übriggebliebenen wenigstens das Saatgut für die nächste Saison bezahlen konnte.

„Wir schaffen das schon.“ Eine warme Hand legte sich auf ihre Schulter. Ukraine drehte sich und vergrub ihr Gesicht an Ungarns vertrauter Schulter.

16. Gummistiefel

Unter Ungarns Blicken zog sich Ukraine an. Sie wollten heute gemeinsam in die Stadt gehen. Auch wenn sie dort nichts besonderes vor hatten, freute Ukraine sich darauf.

„Es macht mich immer wieder an, dir beim Anziehen zuzusehen“, kommentierte Ungarn nicht zum ersten Mal die Situation. Ukraine versuchte nicht die Augen zu verdrehen als sie nach einem paar Schuhe griff, sie konnte diese Meinung nicht nachvollziehen.

„Ah, halt. Nimm lieber die Gummistiefel, darin siehst du zum Anbeißen aus.“

Ukraine küsste ihre Freundin für dieses Kompliment. Als sie sich wieder trennten, widersprach sie allerdings: „Du hasst es, wie meine Füße danach stinken.“

18. Raureif

Es war unangenehm kalt an diesem sonnigen Morgen, aber das störte Preußen nicht. Er lief begeistert herum und hauchte gelegentlich kleine Wolken in die Luft.

Das Land um ihn war mit einer glitzernden Schicht überzogen. In allen Richtungen, egal, wo er hinschaute, funkelte es. Er war gesegnet mit mehr Kristallen als ein Mensch je zählen konnte.

Preußen konnte nicht genug bekommen von diesem Anblick. So musste es sein, wenn Gott ein gutes Land segnete, staunte er. Bei so viel Pracht, musste Gott sehr zufrieden mit ihm sein.

„Ich bin das beste Land der Welt!“, rief er glücklich in den Tag.

20. (kein) Regenschirm

Amerika sah England empört an. Dieser stand, eindeutig, entspannt da und versuchte, halbherzig, ein Taxi für sie zu bekommen. Während Amerika fror und sein bestes gab den leichten Regen, der seine Kleidung immer weiter durchdrang, zu ignorieren. Was auch für ein großartiges Land, wie ihn, nicht einfach war.

„Jedes Mal das Selbe, wenn ich dich besuche. Immer regnet es hier!“, beschwerte er sich und versuchte nicht zu zittern.

England sah ihn kaum an, „Jedes Mal hast du die falsche Kleidung an.“

„Weil ich mir denke, du hast bei dem ganzen Regen wenigstens einen Schirm dabei!“

England lachte, „Nicht in England.“

28. Der letzte Tropfen

Der letzte Tropfen, der vom Himmel fiel, fiel genau auf seine Nase. Auch wenn seine Nase schon kalt war, es war ein unangenehmes Gefühl. England schüttelte widerwillig den Kopf. Mehr Wasser spritzte aus seinen Haaren in alle Richtungen, vielleicht war der Tropfen doch nicht mehr vom Himmel auf die Nase gefallen.

Jetzt regnete es nicht mehr, aber der nächste Regen war bestimmt nicht weit. Irgendwo in den grauen Wolken über England steckte er schon drin. Es brachte nichts sich darüber den Kopf zu zerbrechen, man nahm es hin und machte das beste daraus. Für den Moment genoss England die Trockenphase.

36. Geisterstadt

Preußen sah sich begeistert um. Die Sonne schien von einem blauen Himmel auf ihn herab. Überall in der Stadt blühten bunte Blumen in Blumenkästen und Vorgärten und der Wind spielte mit hübschen Gardinen in offenen Fenstern. Vögel sangen auf den Dächern und Schmetterlinge und Libellen tanzten durch die Luft. Der Duft von frischem Heu stieg ihm bei jedem Atemzug in die Nase. Wenn jetzt noch jemand Brot oder Kuchen gebacken hätte, wäre es sein bester Tag seit langem.

Hoffnungsvoll ging Preußen durch die Straßen und sah sich um. Aber niemand begegnete ihm, weder Mensch noch Haustier. Die Stadt war verlassen.

38. vom Meer verschwunden

Litauen hielt die Luft an und hoffte, die Soldaten schauten nicht hinter sein Versteck. Aber sie hielten nicht einmal an, sondern unterhielten sich nur weiter über ein Schiff, das scheinbar vom Meer verschwunden war. Es klang dramatisch, offensichtlich war nicht einmal ein Teil des Schiffs gefunden worden. Die arme Besatzung musste einfach plötzlich vom Wasser verschlungen worden sein.

Als sie weit genug weg waren, atmete Litauen wieder auf. Neben ihm erklang ein leises Lachen.

„Du siehst gut aus für einen ertrunkenen Seemann“, Preußen klang zufrieden.

„Wir sollten uns endlich mal auf anderem Wege treffen, die armen Kerle sind ganz verängstigt!“

40. Tentakel aus der Tiefe

Unter ihnen war etwas im Meer, er konnte es fühlen. Aber an Bord hatte er keinen Einfluss. Die Mannschaft hielt ihn für einen Spinner und der Kapitän hörte höchstens auf seinen ersten Maat. Ja, der Idiot hatte sogar schon den sicheren Konvoi verlassen wollen.

Spanien lief unruhig auf und ab. Etwas verfolgte sie, lauerte auf sie, wartete auf den richtigen Augenblick außerhalb ihrer Sichtweite. Und damit meinte er nicht die englischen Schiffe, die er ebenfalls erahnen konnte. Spanien fühlte sich auf See wohl, hier war er genauso zuhause wie auf spanischem Boden und er nahm jetzt eine Bedrohung dafür war.

Ein Warnruf schallte über die Schiffe. Panisch sah er auf. Die Engländer hatten sich über den Horizont getraut. Sie erhöhten den Druck und erklärten die Jagd auf ihr Gold nun offen.

Plötzlich durchbrach etwas die Wasseroberfläche. Es war so nah, Spanien bildete sich ein, die Gischt zu spüren. Genau diesen Moment hatte ihr Jäger gewählt um sich zu zeigen.

Ein gigantischer Tentakel wedelte durch die Luft und fiel dann auf eins der Begleitschiffe.

Eine Hand landete auf Spaniens Gesicht, er schlug die Augen auf.

„Ich muss mal, Bastardo!“ So war er schon lange nicht mehr von seinem Liebsten geweckt worden.

42. Voodoo-Puppen

Niederlande griff vorsichtig in die Kiste vor ihm. Belgien hatte sie eben gefunden, als sie gemeinsam bei ihm aufräumen wollten.

Die Puppe in seiner Hand weckte Erinnerungen. Niederlande hatte ganz vergessen, dass er sie noch hatte. Behutsam strich er über ihr Gesicht. Ihr Schöpfer war wirklich talentiert gewesen, sie sah genauso aus wie Niederlande damals. Der junge Mann hatte damals viel Zeit mit ihm verbracht. Zu viel Zeit. Der Gedanke an das Ende ihrer kurzen Bekanntschaft schmerzte. Heute wären ihre Gefühle kein Problem.

„Hast du etwas Interessantes gefunden?“, Belgien steckte ihren Kopf durch die Tür.

„Nur Voodoo-Puppen“, erwiderte Niederlande schnell.

47. Augen auf dem Kopfkissen

England stand vor seinem Bett und wusste nicht, ob er lachen, schreien oder weinen sollte.

Amerika war gerade abgereist und er hatte jetzt schon Sehnsucht nach ihm. Aber dieser Anblick zerstörte das Gefühl etwas. Er hätte gewarnt sein sollen, als Amerika ihm stolz erklärt hatte, er hätte für ihn das Bett neu gezogen. Mit einem Geschenk. England liebte Amerika, aber Geschenke waren nicht seine Stärke. Überhaupt nicht. Wie sollte irgendjemand in dieser Bettwäsche bitte schlafen können?

Die Bettdecke hatte oben Zähne und an den langen Seiten Hände, die abstanden. Am schlimmsten war das Kopfkissen. Man würde zwischen lauter Augen liegen!

50. Waldi ist wieder da

„Preußen!“

Der Gerufene zuckte zusammen als Deutschlands Stimme laut durch die Räume hallte. Er war vollkommen in den Brief vertieft gewesen und hatte nicht mitbekommen, dass Deutschland wiedergekommen war.

Schnell legte er den Brief von Spanien gut weg, damit Deutschland ihn nicht sofort finden würde. Der Inhalt war nur für Preußen bestimmt, Deutschland würde davon sicher rote Ohren bekommen.

Preußen kicherte bei dem Gedanken, manchmal war der Jüngere wirklich noch naiv. Natürlich hatte Preußen einen Liebhaber.

„Schau mal!“, Deutschland steckte seinen Kopf durch die Tür, „Waldi ist wieder da!“ Er trug einen niedlichen Hundewelpen. Ja, manchmal war Deutschland sehr naiv.

56. Unangekündigter Besuch

England saß halbwegs gemütlich bei einer Tasse Tee. Kanada war gerade zu Besuch gekommen. Sie hatten sich schon lange nicht mehr gesehen, aber das Gespräch verlief eher schleppend. England verstand es nicht ganz, Kanada sah aus wie Amerika, hatte nicht so wild gegen England rebelliert und trotzdem hatten sie sich kaum etwas zu sagen.

Es klingelte an der Tür und erlöste ihn damit kurzfristig. Er entschuldigte sich um zu öffnen.

„Hallo!“ Amerika strahlte England an. „Hast du mich vermisst, Love?“

Bevor England dem unangekündigten Besuch die Tür vor der Nase schließen konnte, umarmte Amerika ihn. England wollte im Boden versinken.

57. Blutmond

Ukraine zog die Decke fester um sich. Sie war froh, dass sie sie mitgenommen hatten. Es war kälter geworden, seit die Sonne untergegangen war. Man merkte, dass die Sonne tagsüber wenig geschienen hatte, jetzt war der Himmel klar. Passend für ihr Vorhaben, hatte Ungarn gesagt.

Unauffällig schaute Ukraine zu Ungarn neben ihr. Ungarn hatte gesagt, ihr wäre warm genug, aber es sah nach einer Lüge aus.

Ukraine legte ein Ende der Decke um Ungarn und schmiegte sich an sie. „Wärmst du mich, bis der Blutmond aufgeht?“, fragte Ukraine unschuldig.

Ungarn schlang einen kalten Arm um sie und küsste sie heiß.

60. Spiegelbild

Niederlande starrte sein Spiegelbild an. Er war nicht verzweifelt, aber er zweifelte langsam an sich selbst. Was machte er falsch um sich in letzter Zeit so viele Körbe zu verdienen. Heute hatte ihm schon wieder eine Frau eine Absage erteilt. Immerhin war sie dabei nett geblieben und hatte ihn nicht mit Beschimpfungen überzogen wie die vorletzte.

Bei dem Gedanken rieb er sich über die Wange und drehte sein Gesicht nochmal. Ein Schatten huschte hinter ihm an der offenen Tür vorbei. „Belgien, warum bekomme ich Körbe?“, fragte er.

Belgien steckte ihren Kopf durch den Türrahmen. „Weil sie mich mehr mögen, Bruder.“

63. Ausnüchterungszelle

Deutschland wachte mit furchtbaren Kopfschmerzen auf. Das war seine erste Empfindung. Dann kamen die Schmerzen in seinem Hintern und er fror. In seinem Kopf schrillten Alarmglocken trotz der Schmerzen.

Er riss seine Augen auf und sah sich in dem kargen Raum um. Eine Decke rutschte von seiner Schulter, als er danach griff, drehte sich alles.

„Morgen, ihr Schlafmützen“, sagte Belgien. Belgien?

Hinter Deutschland stöhnte jemand anderes: „Mein Hintern!“ Bewusst langsam drehte Deutschland sich um. Dort war Niederlande. Nackt!

„Wir konnten eure Kleidung nicht finden“, erklärte Belgiens Stimme, eine Tür wurde geöffnet, „Ihr müsst leider mit Häftlingskleidung auskommen.“ Was war passiert?!

65. Wüste

Heute war ein halber Tag Pause bei der Konferenz angesetzt, den Italien mit Deutschland für einen Ausflug nutzte. Es war nicht leicht gewesen Deutschland zum mitkommen zu überreden, doch letztendlich hatte es geklappt.

Italien ließ sich auf den Rücken fallen und lachte ausgelassen. Dann ruderte er mit Armen und Beinen im feinen Sand. „Schau mal, Deutschland, ich bin ein Engel!“, rief er fröhlich.

Deutschland sah mit kritischem Blick auf ihn hinab. „Das ist es also, was du unbedingt einmal in der Wüste machen wolltest?“

„Und gleich fahren wir noch mit Ski die Düne runter!“ Italien wollte anscheinend einmal Tourist sein.

71. Spielwarenabteilung

Deutschland sah sich zurückhaltend um. Er hatte keine Ahnung, warum England unbedingt mit ihm in einer Spielwarenabteilung war. Zögerlich hob er einen Teddy auf, der ihm ins Auge fiel. Das Tier grüßte ihn mit hoher Stimme. "Warum genau sind wir hier?", fragte Deutschland und legte es wieder weg.

"Weil ich deine Hilfe brauche." England sah tatsächlich etwas verloren aus. "Amerika wünscht sich neues Spielzeug und du kennst dich doch aus." Es war ihm peinlich das anzuerkennen.

Deutschland brummte. Amerika war eigentlich zu alt für diese Art Spielzeug.

"Außerdem ist mir kein besseres Date eingefallen", murmelte England. Das war Deutschland neu.

72. Hundestrand

Wortlos hob Deutschland einen Zeigefinger und seine Hunde setzten sich vor ihn. Sie konnten es kaum erwarten, ihre Schwänze fegten durch den Sand, aber trotzdem konzentrierten sie sich noch auf ihn. Er streichelte sie ausgiebig, während er die Leinen abmachte. Nachdem er sich wieder aufgerichtet hatte, ließ er sie laufen. Sie rannten sofort los und stürzten sich in die Wellen.

Deutschland ging ein paar Meter über den Strand als er jemanden lachen hörte. Die Person versuchte anscheinend einem Hund zu erklären, das sie keinen Ball werfen würde. Er sah sich um, wer es war und erkannte überrascht Griechenland in Badehose.

74. auf dem Kopierer

Spanien gähnte und streckte sich. Die heutige Sitzung der EU war wieder unglaublich anstrengend gewesen. England und Frankreich hatten sich fast geprügelt, Deutschland hatte eingreifen müssen. Wenn England nichts passte, dann sollte er doch einfach austreten.

Jetzt musste Spanien noch etwas kopieren, bevor er schlafen konnte. Er öffnete die Tür zum Kopierraum. Frankreich saß auf dem Kopierer, ein Bein um England geschlungen, während der an seiner Kleidung herumfummelte. Sie küssten sich leidenschaftlich.

Spanien schloss die Tür sofort wieder. Hoffentlich hatten sie ihn nicht bemerkt. Die beiden waren solche wandelnden Klischees. Sie sollten den unwissenden Deutschland aus ihren Spielchen raus halten.

75. U-Bahn-Tunnel

"Wir freuen uns sehr für dieses Projekt internationale Experten gewonnen zu haben", erklärte Deutschland. Neben ihm stand Schweiz vor einem Tisch mit veralteten Plänen. Sie waren sich so nah, dass sich ihre Arme, wie zufällig, streiften.

Schweiz nickte, "Es ist uns eine Ehre bei diesem U-Bahn-Tunnel-Projekt mitwirken zu dürfen und damit auch die wirtschaftlichen Beziehungen unserer Länder positiv zu stärken." Als er seine Hand hob um sie auf Deutschlands Arm zu legen, streifte er auch kurz Deutschlands Handrücken.

Obwohl er versuchte es zu verstecken, musste Deutschland kurz lächeln. Hoffentlich hatte das keine der Kameras eingefangen. Dieses Projekt war ihnen wichtig.

78. Stall

Er fand Polen im Stall bei seinen Pferden. Litauen räusperte sich um ihn nicht zu erschrecken, das Tier auf der Stallgasse hatte ihn schon neugierig in den Blick genommen. Polen plapperte unbeirrt weiter. Der Kerl erzählte den Tieren ernsthaft von ihren Plänen für den Tag.

Litauen verschränkte die Arme und blieb in sicherem Abstand stehen. "Das ist ja interessant, was du da vorhast. Weiß die Kirche davon?" Es irritierte ihn, wie unbesorgt Polen ihre Geheimnisse ausplauderte.

Polen fuhr herum. Entsetzten lag im ersten Moment auf seinem Gesicht, doch dann strahlte er Litauen an. Moppelchen verlagerte sein Gewicht auf Polens Fuß.

81. Burggraben

"Komm schon! Das kannst du nicht mit mir machen!", rief Preußen und versuchte erneut die Wand des Burggrabens hoch zu laufen. Aber es war einfach zu steil. "Lass mich hier wieder raus, Litauen!"

"Du wolltest doch meinen Burggraben sehen", rief dieser zu ihm runter. Er stand oben auf der sicheren Burgmauer und sah nicht ein, warum er den dreisten Kerl nicht noch etwas leiden lassen sollte. Friedensverhandlungen sahen anders aus.

"Das war doch nur ein Spruch. Und jetzt lass mich hier raus!" Preußen gab es nicht auf aus dem Graben klettern zu wollen. Den Satz hatte ihm doch Polen verraten.

82. Skatepark

Amerika rollte durch die Anlage und beobachtete die wenigen anderen, die heute hier waren. Sein Freund hatte versprochen vorbei zu schauen, aber er verspätete sich mal wieder.

"Entschuldige! Ich konnte im Laden nicht sofort alles finden", unterbrach eine laute Stimme seine Gedanken. Frankreich kam vollbeladen und mit wippenden Locken auf ihn zu. Mit zwei Stößen war Amerika bei ihm.

"Hi!" Bevor er weiterreden konnte, setzte ihm Frankreich einen drückenden Helm auf und er verzog das Gesicht.

"In der Werbung sagten sie, man sollte sich immer gut schützen."

"Du hast -"

"Natürlich habe ich auch an etwas gedacht, damit es geschmeidiger geht."

84. Orchestergraben

Kanada sah sich ein wenig verloren im Foyer um. Er hatte keine Ahnung, was er hier sollte. Irgendwer hatte ihm eine Karte für diese Aufführung geschickt und ihn gebeten danach noch zu warten. Aber Kanada hatte keine Idee, wer das war und was er, oder sie, von ihm wollte.

"Hey, wie schön, dass du da bist!", rief eine Stimme, die ihm bekannt vorkam. Kanada schaute sich danach um, Preußen lief genau auf ihn zu. Das musste eine Verwechslung sein. Es waren ja noch mehr Leute hier.

"Na, wie hat es dir gefallen?", fragte Preußen keinen Meter mehr von ihm entfernt. Nun war es eindeutiger, Kanada stand schließlich etwas abseits um nicht versehentlich umgelaufen zu werden.

"Ähm", setzte Kanada an.

"Ich war heute der Solist. Möchtest du mal meine Flöte sehen?" Preußen war heute aufgedrehter als gewöhnlich, er ließ Kanada keine Chance seine Frage zu beantworten. Kanada fühlte, wie er rot anlief, das klang zweideutig, wie Preußen es fragte. Preußen schien es zum Glück nicht zu bemerken, er tastete an sich herum.

"Mist, sie liegt noch im Graben", fluchte er. Kanada wollte verwirrt nachfragen, was er meinte, aber dazu kam er nicht.

"Ach, komm mit, ich zeig sie dir einfach dort!"

86. Café

"Hey, Lust auf ein Sandwich mit uns?", fragte der junge Mann und deutete lässig zwischen sich und seinem Begleiter hin und her. Die beiden waren gerade alt genug um noch leichte Spuren von Pickeln zu haben. Ukraine verstand nicht, was er von ihr wollte, sie war im Café mit Ungarn verabredet.

"Ähm", begann sie, sie wollte sie freundlich abweisen.

"Mein Freund würde sich total über ein Sandwich mit dir freuen", redete er unbeirrt weiter.

"Weil er gerne der Belag ist, oder weil er eigentlich dich vernaschen will?", fragte eine weibliche Stimme, Ukraine atmete auf. "Schiebt ab, das ist meine Freundin!"

87. Marktplatz

"Ich liebe wen ich will! Und es interessiert mich nicht wen ihr liebt!", Preußen schrie die Worte, die Hände hatte er sogar als Trichter um den Mund gelegt. "Warum interessiert es euch also, wen ich liebe?! Warum kümmert ihr euch nicht um eure Liebe?! Ist die Liebe von Anderen wichtiger?!" Die Leute auf dem Marktplatz machten einen Bogen um ihn, damit sie diesem Verrückten nicht zu nah kamen. Aber Preußen machte unbeirrt weiter.

Litauen stand verschämt neben ihm und hielt sich die Ohren zu. Er wusste nicht, womit er diese Situation ausgelöst hatte. Preußen hatte ihm von seiner Beziehung erzählt.

91. Raumstation

Amerika schwebte glücklich durch die engen Kapseln mit den winzigen Öffnungen in der Mitte. Er passte gerade so durch sie hindurch, obwohl er schon für den Flug abgenommen hatte, aber das machte ihm nichts aus. Endlich war er am Ziel seiner Wünsche angekommen. Jetzt musste er sich nur noch zurecht finden.

Jemand keuchte seinen Namen und er ruderte wild mit den Armen um sich in die Richtung zu drehen. Es war Frankreich, der ihn überrascht anstarrte.

"Ich hab doch gesagt, ich komme dich besuchen!", prahlte Amerika.

Frankreich breitete die Arme aus und ehe er sich versah, küssten sie sich endlich.

94. Haselnüsse

Deutschland war offensichtlich umsonst nervös gewesen. Alle Warnungen, sogar von England selbst, hatten vermuten lassen, dass die Küche schon nach wenigen Minuten explodieren würde, sobald sie anfingen zu backen. Bis jetzt war der Fall nicht eingetreten. Und sie hatten schon ein Blech Kokosmakronen im Ofen.

"Reich mir bitte die Haselnüsse!", las er die nächste Zutat ab.

England kicherte, ein seltener Laut, der häufiger wurde, seit sie zusammen waren. "Frankreich hätte -", er unterbrach sich selbst und gab Deutschland nur eine Tüte. Frankreich war eigentlich ein Tabu-Thema zwischen ihnen.

"Frankreich hätte keinen Spaß mit diesen Nüssen, sie sind gemahlen", stellte Deutschland klar.

95. Großmütterchen Jadwiga

Russland war nervös. Er stand vor der Tür und konnte sich nicht entscheiden. Einerseits freute er sich darauf eine alte Freundin nach langer Zeit wiederzusehen, andererseits war sie auch mitverantwortlich dafür, dass er keine Freunde hatte.

"Du brauchst nur mich. Komm her", hörte er die Stimme seiner kleinen Schwester hinter ihm. Schnell klopfte er an die Tür. Seine Freundin mochte seltsam sein, aber seine Schwester machte ihm mehr Angst.

Ein wohlbekanntes Gesicht öffnete ihm. Sie hatte sie kaum verändert, genau wie er selbst. Ihr Lächeln ließ, wie immer, Schatten über ihr Gesicht flackern. "Hallo Junge", grüßte sie ihn.

"Großmütterchen Jadwiga!"

98. Piratenbucht

Spanien sah sich aufmerksam um. Das Wasser war klar und scheinbar flach, aber nicht zu flach. Hier würden sie gut auflanden können um den Rumpf zu reparieren nach der langen Reise. Und an der Küste standen nicht nur dünne Palmen sondern richtige Bäume. Ein gutes Zeichen für Frischwasser, hätte er gesagt. Aber der Mann neben ihm schüttelte den Kopf.

"Das gefällt mir nicht", murmelte er. Dann drehte er sich halb zu Spanien. "Na ja, im Zweifel haben wir ja deinen kleinen Arsch." Er klopfte Spanien auf die Schulter.

"Warum?", fragte Spanien verwirrt.

"Wir verkaufen dich einfach an die Piraten hier."

100. König der Diebe

Spanien lachte triumphierend. Sie hatten gerade erfolgreich ihren Konvoi voll Gold für die Krone verteidigt. Diesmal würde es an seinen rechtmäßigen Empfänger gehen.

Er klopfte dem großen Mann neben sich auf die Schulter. "Siehst du, Niederlande, deswegen bin ich der Herrscher über die Meere. Meinen Schiffen können die englischen Freibeuter nichts anhaben, selbst dieser selbsternannte König der Diebe nicht!" Spanien sah zufrieden zurück auf die kleiner werdenden Schiffe der Angreifer. So schnell würden sie sich nicht wieder an sie heranwagen.

Das Niederlande an seiner Seite nicht feierte, fiel Spanien im ersten Moment nicht auf. Der andere Mann sah stumm voraus.

105. Ballnacht

England sah sich um. Irgendwie war er enttäuscht. Er hatte sich so sehr auf eine rauschende Nacht voller Musik und Lachen gefreut. Köstliches Essen und prickelnde Getränke. Was er stattdessen sah, waren gelangweilte Gäste, Musiker, die nur immer wieder die gleichen Lieder spielten und das Essen bestand aus kleinen, festen Scheiben Brot mit Wurst oder Käse und eingelegten Gurken. Dieser Ball war langweilig.

"Bonjour, hier bist du also!", eine fröhliche Stimme erklang direkt hinter England. Ungewollt zuckte er leicht zusammen.

"Dreh dich nicht um, ich möchte deinen Rücken noch einen Moment länger bewundern", flüsterte ihm Frankreich von hinten ins Ohr.

108. der Zauberer und ich

Ausnahmsweise unterhielt sich England angeregt und fast freundlich mit Frankreich als sich eine Hand leicht auf seinen unteren Rücken legte. Erschrocken zuckte er zusammen.

"Hallo", sagte Deutschland neben ihm ohne darauf einzugehen. Frankreichs Blick zuckte gefährlich zwischen ihnen hin und her.

"Deutschland, wusstest du, dass England immer noch zaubert?", band Frankreich ihn sofort in ihr Gespräch ein.

Deutschland nickte nur stumm.

"Er ist der Grund, warum ich wieder angefangen habe, das hatte ich dir doch gerade gesagt", reagierte England sofort empfindlich.

"Deswegen bin ich hier. Der Zauberer und ich wollten heute einen neuen Zauberstab ausprobieren."

Englands Gesicht begann zu glühen.

2.1. der Vorhang fällt

Der Vorhang fiel und fiel und fiel, wie in Zeitlupe. England griff danach. Versuchte ihn aufzuhalten bevor er die weiß-blauen Vasen auf der Fensterbank mit sich riss.

Er konnte schon sehen, wie sich die Falten daneben aufbauten, während ein Teil des Stoffes weiter fiel und fiel und fiel. Bereit alles umzuwerfen, was sich ihm in den Weg stellte.

Er griff nach dem Stoff, aber irgendwie konnte er ihn nicht halten. Wie Wasser lief der Vorhang einfach durch seine Finger. England konnte nichts dagegen tun. Er musste hilflos zusehen wie der teure französische Vorhang seine Vasen fallen ließ.

"Los, aufgewacht, Schlafmütze."

2.2. Teufelsgeiger

Preußen schüttelte seine Hand aus. Er merkte schmerzhaft, dass er beim Üben zu sehr verkrampfte, weil er die Querflöte vernachlässigt hatte. Auch wenn er keine Karriere mehr anstrebte, sollte er eigentlich weiter täglich üben oder ganz aufhören. Zu beidem hatte er sich in letzter Zeit nicht durchringen können. Und dann hatte er gestern diese Geige gehört. Ihr Klang war wunderschön gewesen. Ein wahrer Teufelsgeiger hatte sie gespielt. Teuflisch schön und verführerisch. Nicht die technisch wahnsinnige Version, die man heutzutage mit dem Wort verband. Leider hatte er damit erfolgreich Preußens Herz gestohlen.

Nun war er hier. Musste seine Gefühle irgendwie ausdrücken.

2.3. Trauermarsch

"Sie spielen echt nur lahme Musik hier. Ich dachte, es geht hier etwas mehr ab", meckerte Preußen und sah seinen Bruder vorwurfsvoll an. Von einer Pride-Party hätte er mehr erwartet.

Deutschland zuckte ungerührt mit den Schultern. "Uns gefällt's. Nicht wahr?", bezog er seinen Freund ein. Es sah etwas seltsam aus, wie er seine Arme von hinten um den größeren Mann gelegt hatte, aber es schien sie nicht zu stören.

Niederlande brummte nur etwas, das eine Zustimmung sein konnte oder auch nicht, und bot Preußen seine Zigarette an. - Wenn es kein Joint war, Preußen wollte heute deswegen nicht zu kritisch sein. Er hatte es versprochen.

Mit einer abschätzigen Geste wendete er sich von den beiden ab. Sie waren offensichtlich in ihrer eigenen Welt. Und wenn hier nur Trauermärsche gespielt wurden, würde er sich halt jemanden für seine eigene Party suchen. Wie zum Beispiel, diese Braunhaarige dort vorne. Ihre Schulterlangen Haare wippten glänzend im Licht der Scheinwerfer und zogen damit seine Aufmerksamkeit auf sich.

Preußen schlängelte sich durch die Körper, die sich tatsächlich zu der lahmen Musik versuchten zu bewegen. Diese Haare sahen tatsächlich verlockend aus.

Neben ihr glitzerte eine rosa Krone auf glatten blonden Haaren. Preußen drehte bei dem Anblick ab.

2.4. Schlagernacht

Englands Augen funkelten verdächtig als er zu Deutschland aufsah. Er stand eine Stufe unter ihm und trug seltsame Kleidung. Sein privater Kleidungsstil war immer wieder eine Überraschung.

"Du vertraust mir doch. Warum guckst du trotzdem so kritisch?", fragte er. Deutschland war sich nicht sicher, ob er gleich weinte, weil er schmollte oder das nur aufgesetzt war. Eigentlich war er niemand, der nah am Wasser gebaut war, was Deutschland an ihm schätzte.

"Ich -", er brach ab, als Musik die Treppe hoch drang. Wie erklärte er bloß, dass eine Schlagernacht nach einem katastrophalen Date klang? "Ich vertraue dir, aber bitte kein Schlager."

2.5. zweite Geige

Preußen sah Kanada entgeistert an. Der Kleine war ihm irgendwie ans Herz gewachsen im Laufe der Jahre. Aber gerade hatte er etwas unglaubliches gesagt. Er war ihm immer sehr vernünftig erschienen, deswegen war es noch schockierender.

"Bitte, was? Kannst du das nochmal wiederholen?", fragte Preußen. Vielleicht hatte er sich verhört.

"Du hast mich schon richtig verstanden", erwiderte Kanada, ohne ihm den Gefallen zu tun.

"Also willst du ewig die zweite Geige spielen? Hinter diesem übermütigen Holzkopf?!" Preußen war empört. "Was ist mit deinem Glück?"

Kanada schüttelte den Kopf, "Nicht ewig. Nur bis ich mehr vorzuweisen habe. Noch kennt mich niemand."

2.6. Flötensolo

"Ich hab keine Zeit, ich muss noch an meinem Flötensolo arbeiten", wehrte Preußen die Anfrage seines Freundes ab. Der wollte sich doch eh nur treffen um damit anzugeben, wie gut seine Beziehung gerade lief. - Sehr gut, seit sie beschlossen hatten etwas auf Distanz zu gehen, dass hatte er gerade selbst erzählt.

"Mon Dieu, wenn du Erleichterung willst, hättest du doch etwas sagen können! Da ist ein Café natürlich unangebracht. Warte, ich komme zu dir, dann musst du deine Flöte nicht allein bearbeiten. Hast du noch -" - "Geh zu England, wenn du es nötig hast. Ich muss üben!", genervt legte Preußen auf.

2.8. Mit Pauken und Trompeten

Eigentlich wollte Griechenland sich nicht einmischen. Sein entspannter Ruf hatte schon genug gelitten. Aber irgendwie hatte er auch Mitleid mit dem Kerl, der scheinbar ahnungslos in die kleine Länderversammlung gestolpert war. Es war eine Frage der Zeit, bis er mit Pauken und Trompeten untergehen würde. Oder Griechenland half ihm unauffälliger.

Ukraine lachte zurückhaltend, sie schien nicht verstanden zu haben, was passierte. Griechenland stellte sich auf die andere Seite des Unbekannten.

"Hey, hast du Lust auf etwas Entspannung?", flüsterte er und legte ihm seine Hand auf den unteren Rücken.

Gerade rechtzeitig rückte der Kerl etwas ab, bevor Ungarn sie sehen konnte.

2.9. Mix-Tape

Amerika hielt die Musik an und zog die Kassette aus dem Rekorder. Er war sich ziemlich sicher, zuletzt etwas anderes eingelegt zu haben. Solides, gutes Country sollte es sein. Keine komischen Schnulzen, die verdächtig nach britischen Boy Bands klangen.

Skeptisch wendete er das kleine Ding in seinen Händen auf der Suche nach einer Beschriftung, aber da war nichts. Also wand er sich dem Stapel neben dem Rekorder zu, auf der Suche nach einer leeren Hülle, die verriet, was genau auf dieser Kassette sein sollte. Und vielleicht, wie sie in seinen Rekorder gekommen war.

"Das Essen ist fertig. Kommst du?" England schaute durch die Tür und unterbrach damit seine Suche. Eine kleine Alarmglocke schrillte in seinem Hinterkopf, obwohl er beim Kauf dabei gewesen war. Burger auspacken, traute er seinem Freund noch zu, deswegen wischte er den Alarm beiseite. Es war sicher nur ein Reflex.

Amerika hielt stattdessen die fragwürdige Kassette hoch, "Ich komme sofort. Lass mich nur gerade herausfinden, was das hier für Musik sein soll."

"Oh, das ist mein Mix-Tape für die richtige Stimmung. Ich dachte, das ist gerade beliebt und wollte es nachher mit dir anhören. Gefällt es dir?" England klang sehr stolz, aber Amerika würde ihn enttäuschen müssen.

2.11. die Show stehlen

Polen war mächtig nervös. Was sie vorhatten war ziemlich gewagt. Hoffentlich reagierte niemand negativ. Nein, sehr wahrscheinlich wären sie nicht begeistert. Allein sich ihre Reaktionen vorzustellen war beängstigend. Polen vibrierte vor Anspannung, die endlich raus wollte. Nur Litauens Hand auf der Schulter verhinderte eine Entladung.

"Tief durchatmen, ganz ruhig. Du wirst sie alle umhauen, Schatz. Und wenn nicht, bin ich auch noch da. Ich trete ihnen in den Hintern, wenn du willst", flüsterte Litauen in Polens Ohr, "Also los, stiehl allen die Show. Du hast es dir verdient."

Litauen stieß die Tür auf und alle Augen richteten sich auf sie.

2.12. Engelsstimme

Eine wunderschöne Stimme weckte Griechenland auf. Es war sicher nicht die Absicht des Sängers, aber er arbeitete sich langsam durch die Schichten von Griechenlands Traum und holte ihn zurück in die Gegenwart. Sie weckte seine Neugier.

Blinzelnd versuchte er sich an die Helligkeit zu gewöhnen. Die Sonne schien gerade so schön, deswegen hatte er überhaupt erst einen Mittagsschlaf gehalten.

Er drehte den Kopf und streckte sich.

Der Gesang brach leider ab. Dafür sprach Italien ihn an. Griechenland schien noch verschlafen zu sein, denn er brauchte einen Moment um es zusammen zu zählen.

"Hast du gerade gesungen? Es klang nach Engeln."

2.14. Diva

Niederlande sah an sich herab. Auf seinem Gesicht spiegelte sich eine Mischung aus Empörung, Ekel und Überraschung. Vielleicht war auch ein Hauch Entsetzen dabei.

Belgien musste bei dem Anblick herzhaft lachen. Obwohl sie sich eigentlich zurückhalten wollte.

Ganz langsam wanderte Niederlandes Blick von seinen Händen zu ihr nach oben. Die Emotionen schienen auf seinem Gesicht eingefroren zu sein. "Nicht lustig", murrte er.

Allerdings stachelte das Belgien nur noch mehr an. Sie prustete und schlug ihm auf den Arm. "In dir steckt mehr einer Diva, als ich gedacht hätte, Bruder." Bevor er sie deswegen umbringen würde, reichte sie ihm ein Taschentuch.

2.15. Scheinwerferlicht

Ungarn zog Ukraine an den Händen durch den Raum. Sie lachte übermütig. Obwohl Ukraine erst skeptisch gewesen war, was Ungarn nun vorhatte, diese Fröhlichkeit übertrug sich unweigerlich.

Ungarn alberte absichtlich ein wenig herum, weil sie ihre Freundin gerne lachen sah. Sie nur eine Freundin zu nennen war allerdings eine Untertreibung. Ukraine hatte ihr Herz erobert und Ungarn wollte das am liebsten mit der ganzen Welt teilen. Zufälligerweise waren gerade sehr viele Länder versammelt. Warum sollte sie das nicht ausnutzen?

Ukraines Schritte gerieten ins Stocken. Sie war sich plötzlich des Scheinwerferlichts auf ihnen sehr bewusst, aber Ungarn zwinkerte ihr aufmunternd zu.

3.1. First Contact/Erster Kontakt

Sie schaute auf ihre Hände und wünschte sich plötzlich nichts sehnlicher, als Theas Hand zu berühren. Es war seltsam, aber bis jetzt war es ihr nicht bewusst gewesen. Sie waren sich schon so nah gekommen und wussten so viel übereinander. Nur berührt hatten sie sich noch nie.

Sam zögerte. Jetzt die Hand nach Thea auszustrecken erschien ihr wie ein großer Schritt. Wollte Thea das auch? Wie würde sich ihre Hand wohl anfühlen, wenn sie einverstanden war?

Von all den Gedanken bekam Sam selbst -

Belgien schlug das Buch widerwillig zu. Es war überraschend gut. Sie wollte so bald wie möglich weiterlesen.

2.17. Ohrwurm

England sah sich irritiert um. Da war ein leises Geräusch, das immer wieder anschwoll und leiser wurde. Immer wieder die gleiche Tonfolge schwebte traurig durch seine Wohnung.

Deutschland saß in seinem Sessel und las. Bei ihm war das Geräusch am eindeutigsten. "Hast du einen Ohrwurm?", fragte England. Ihm ging die Melodie langsam auf die Nerven.

Deutschland zog ihn grundlos auf seinen Schoß und schlang seine Arme um ihn. "Nein, ich hab einfach gute Laune", meinte er. Tatsächlich lag ein leichtes Lächeln auf seinen Lippen.

"Und dann summst du 'Kyrie eleison'?" - "Nun, 'Ein deutsches Regiem' von Brahms ist nicht so eingängig."

3.2. Todesstern

X-Wings und TIE Fighter jagten einander durch enge Schluchten und vor dem Schwarz des Weltalls. Bunte Lichtstrahlen schossen zwischen ihnen hin und her.

Amerika griff gebannt in sein Popcorn. Der Kampf um den Todesstern war eine seiner Lieblingsstellen, die ihn immer wieder fesselten. Das war ganz großes Kino. Wie gut, das er so eine große Leinwand hatte. Das hier war doch wohl das perfekte Date!

Er steckte sich das Popcorn in den Mund und kaute, während der Falcon Luke Skywalker zur Hilfe kam.

"Gib zu, das ist großartig!", wand er sich an England. Aber der Kerl schlief einfach neben ihm!

3.3. Kometenschauer

Frankreich lag auf der Decke und starrte in den dunklen Himmel. Gut, dass er an eine Decke gedacht hatte, denn der Boden kühlte sich langsam unter ihnen aus. Und am Himmel rührte sich nichts. Gar nichts. Obwohl ihnen ein großes Spektakel versprochen worden war. Hoffentlich langweilte Amerika sich nicht.

Die Wärme neben ihm wurde ihm bewusster. Das hier war langweiliger als gedacht, vielleicht sollten sie die Nacht für etwas anderes nutzen.

"Schau nur! Da ist die erste! Wow!" Die Begeisterung in der Stimme und der ausgestreckte Arm lenkten ihn ab. "Früher waren das Kometenschauer, aber verglühende Satelliten sind genauso schön!"

2.19. Bass

Die Bässe bewegten ihren Körper fast mehr als sie selbst sich bewegte. Das Gefühl kam einer Rüttelplatte, auf der man seine eigenen Gedanken kaum hören konnte, sehr nah.

Ukraine sah sich unbehaglich um. Die Körper um sie herum schienen begeistert zu sein. Sie hüpften fröhlich durcheinander und gegeneinander. Sie war nur hier, weil sie eingeladen worden waren. Bis jetzt hatte sie das Geburtstagskind allerdings nicht gefunden. Und zusätzlich ihre Freundin in der Masse verloren.

Plötzlich schlangen sich Arme von hinten um ihre Taille. "Wenn du willst, können wir wieder gehen", schrie Ungarn ihr ins Ohr. Sie war kaum zu verstehen.

3.4. Men in Black / Männer in Schwarz

"Und dann haben die Männer in Schwarz alle Beweise vernichtet, aber Conan haben sie nicht getötet. Ich wüsste zu gerne, wie es weiter geht, aber Japan sagt - He, hörst du mir überhaupt zu?" Preußen sah Litauen enttäuscht an. Der hatte ihn doch selbst gefragt, was in dem Kapitel vorgekommen war.

Litauen sah von seinem Handy auf. "Ah, ähm, sorry. Was hast du gerade gesagt?"

Preußen verschränkte die Arme vor der Brust. "Sag einfach Bescheid, wenn du wieder bereit bist mir zuzuhören."

"Ich hatte da eine Idee. Das hier würde dir stehen." Litauen lief rot an. "Männer in schwarz sind heiß."

2.20. Star Allüren

Begeistert zeigte er mit dem Finger in alle Richtungen. "Das brauchen wir. Und das auch. Hast du das gesehen? Lass uns das auch noch mitnehmen." Dieser Laden war wie ein Paradies für ihn. Er wusste gar nicht, wo er anfangen sollte. Am liebsten hätte er alles mitgenommen.

"Vielleicht sollten wir einfach von allem etwas mitnehmen!", verkündete er. Die Idee klang in seinem Kopf fantastisch.

"Nein." Die Worte waren hart, aber Polen sah mit verschränkten Armen auch zum vernaschen aus.

"Aber wir können es uns doch leisten." - "Lass die Star Allüren, von so vielen Süßigkeiten bekommst du nur einen Zuckerschock, Litauen."

3.5. Sternenstaub

Deutschland summte vor sich hin. Schon seit Stunden. Es machte Preußen verrückt. Das war wie ein Jucken, das man durch kratzen nicht wegbekam. Sein Bruder musste damit endlich aufhören!

"Kannst du endlich mal aufhören?", fuhr er ihn an.

"Womit?" Deutschland sah ihn unschuldig an, aber das würde er ihm nicht durchgehen lassen.

"Dieses Summen!"

"Ah, ich hab einen Ohrwurm, entschuldige."

"Dann hör das Lied und fertig!"

"Aber ich erinnere mich nur an die Melodie und 'Wir alle sind aus Sternenstaub'."

Preußen stöhnte. "Dann fragst du deinen großen Bruder. Mit Musik kenne ich mich schließlich aus. Das ist 'Vom selben Stern'."

3.6. Kraterlandschaft

Spanien sah sich verzweifelt um. Sein schöner Garten glich einer Kraterlandschaft. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Er raufte sich bei dem Anblick die Haare. Ein paar Pflanzen standen noch halbwegs aufrecht, aber die meisten waren umgetreten oder halb in tiefen Löchern vergraben. Das sollte doch sein Wintervorrat bilden. Jetzt würde er ein weiteres Mal hungern müssen.

"Ha, die bieten sich freiwillig als Fleischvorrat an? Wirklich mutig!" Preußen stand neben ihm und schien eine ganz andere Sicht auf diese Katastrophe zu haben. Er drückte ihm einen Speer in die Hand. "Komm, wer zuerst ein Wildschwein erlegt!"

Das brachte Spanien zum lachen.

3.7. Weltraumschrott

"Warum müssen wir für die Menschen aufräumen?", beschwerte sich Preußen. "Meine Einwohner sind nicht einmal für ein Prozent hiervon verantwortlich, weil wir aus euren Fehlern gelernt haben."

Spanien lachte. "Du räumst diesen Weltraumschrott trotzdem weg, weil der Job gut bezahlt wird und wir hier keine Angst haben müssen", erklärte er, sparte aber aus, wovor sie Angst hatten.

Preußen verzog das Gesicht. "Das ist keine gute Erklärung." Damit brachte er Spanien noch mehr zum Lachen.

"Okay, dann bist du für diesen Anblick hier." Spanien wackelte mit der Hüfte, was im Raumanzug sehr seltsam aussah. Preußen schaute auf keinen Fall genauer hin.

3.8. schwerelos

Sie schauten einander in die Augen. Nur in die Augen. Mehr brauchte sie nicht. So könnte sie ewig zubringen. Ein tiefer Blick in diese glänzenden Kristalle, die sie immer an eine frische Wiese erinnerten. Darin wollte sie sich jedes Mal aufs neue verlieren. Sie waren so berauschend schön. Jedes Mal fühlte sie sich allein durch diesen Blick seltsam leicht. Nein, fast schwerelos.

"Schwester, wohin blickst du?" Widerwillig löste sie ihren Blick durch den Raum und wand sich ihren jüngeren Geschwistern zu.

"Entschuldigt, ich habe mich wohl in Gedanken verloren." Die Beiden mussten nichts von ihrer Schwärmerei für diese Frau wissen.

3.9. Zwischen den Sternen

England starrte angestrengt in den dunklen Himmel. Es kam ihm nicht so weit entfernt vor, aber gleichzeitig trennte sie gerade eine Ewigkeit. Er erinnerte sich an eine Zeit, da hätte es ihm nichts ausgemacht. Vielleicht hätte er sogar gefeiert Frankreich endlich los zu sein. Aber jetzt fehlte er ihm tatsächlich.

Irgendwo dort oben zwischen den Sternen schwebte er gerade herum. Arbeitete angeblich und hatte keine Zeit ihn mit ständigen Videoanrufen zu nerven. Ja, England hatte gesagt, das würde er nicht vermissen. Das hatte er wirklich geglaubt. Er hatte sich geirrt. Sein Freund war dort oben und mit ihm sein Herz.

3.11. Area 51

Amerika schüttelte heftig den Kopf. "Nein. Ich kann dich nicht einfach mitnehmen", sagte er.

"Warum nicht? Ist er etwa doch dein Geliebter? Dann stell uns wenigstens vor! Statt immer nur heimlich zu verschwinden." Frankreich warf dramatisch die Hände in die Luft. Sein Freund schien zu glauben, das er etwas gegen weitere Partner hatte. Er, das Land der Liebe.

"Was?! Du verstehst das falsch! Ich schleiche mich nicht weg. Und ich würde niemals jemanden neben dir haben!" Amerika sah entsetzt und verletzt aus.

"Dann kannst du mich ja mitnehmen", beharrte Frankreich, auch wenn er Mitleid hatte.

"Aber das ist Area 51!"

3.13. Akte X

Die Akte lag mittig auf seinem Tisch. Sie war schmaler, abgenutzter als er erwartet hätte. Das machte ihn misstrauisch. Vielleicht hatte jemand nur einen Teil der Daten in einen alten Ordner gelegt. Denn das hier konnte unmöglich alles sein. Das konnte unmöglich die ominöse Akte X sein.

Schweiz umrundete seinen Tisch und setzte sich. Die Wahrheit würde er nur erfahren, wenn er die Akte genau untersuchte. Und, was es mit den Gerüchten auf sich hatte.

In der Akte waren Fotos. Im ersten Moment konnte er nicht erkennen wovon.

Schweiz schlug die Akte wieder zu. Niemals hatte er nackte Männer erwartet.

3.15. Im Sternenlicht

Die Wasseroberfläche kräuselte sich, die Sterne darauf gerieten ins wackeln. Ungarn ärgert sich, das dieser friedliche Moment von irgendetwas zerstört wurde.

Eine Silhouette brach zwischen den leuchtenden Flecken hervor. Dann schüttelte sie ihre kurzen Haare. Der Anblick war atemberaubend.

Im schwachen Sternenlicht sah Ungarn nicht, ob es ein Mensch oder eine Meerjungfrau war. Aber das Glitzern auf ihrem üppigen Körper war so schön wie die stille Seeoberfläche zuvor. Sie sah aus wie ein Kunstwerk.

Ungarn schnappte unbewusst nach Luft und stolperte ein paar Schritte auf den See zu.

Die Schönheit drehte sich zu ihr hin und machte einen erstaunten Laut.

3.16. großer Bär

Italien starrte. Es war ihm bewusst, aber er konnte nicht anders. Diese Wand aus Haaren war bewundernswert. Sie sahen so dick und robust aus. So dicht gewachsen. Wären es seine, würde er den ganzen Tag damit verbringen sie zu streicheln. Oder streicheln zu lassen. Und auf jeden Fall würde er sie so oft wie möglich in Szene setzten. Überall. Und diese Muskeln darunter, die die Härchen in unterschiedliche Richtungen bewegten, die verdienten es auch gezeigt zu werden. Es war als ob er einen großen Bären betrachtete. So wollte er auch sein.

"Erde an Italien" riss Deutschland ihn aus seinen Gedanken.

3.18. Space Dinos

Kanada schaute mit großen Augen nach oben. Rechts und links des Eingangs hingen riesige Banner, auf denen Dinos abgebildet waren. Hätte Griechenland ihn nicht darauf hingewiesen, hätte er nicht gewusst, dass es hier so was gab. Aber laut der Banner war er einen Tag zu früh dran.

Er kontrollierte die Nachricht und sah sich dann um. Der Tag und die Zeit waren schon richtig. Vielleicht hatte Griechenland sich damit vertan.

Jemand grüßte ihn und ließ ihn zusammenzucken. Aufmerksamkeit war immer noch ungewohnt.

"Und? Bist du bereit für deine exklusive Führung durch die neue Ausstellung? Mit echten Space Dinos!", grinste Griechenland.

3.19. Laserschwert

"Litauen! Willst du mal mein Laserschwert sehen?", rief Polen ihm schon von weitem zu. Er versuchte die Blicke der Menschen um sie herum zu ignorieren. Polen testet nur den neusten Anmachspruch aus. Das war peinlich, aber immerhin waren sie ein Paar und Polen sagte das nicht zu einem anderen.

Sie umarmten sich zur Begrüßung und Polen gab ihm sogar einen Kuss. Dann hüpfte er auf und ab und wiederholte seine Frage.

Litauen wurde rot, als er Polen ruhig versuchte zu erklären, warum er die Frage nicht durch die Gegend schreien sollte.

"Es ist grün", hauchte Polen stolz in sein Ohr.

3.20. Lichtjahre entfernt

Russland betrachtete die tanzenden Menschen um ihn herum. Er sollte dazugehören. Er wollte dazugehören. Deshalb war er hier. Um normal zu sein. Wie die Personen um ihn herum. Aber er fühlte sich als wäre er Lichtjahre entfernt von ihnen. Tanzen machte ihm Spaß, aber nicht auf diese Weise. Nicht, wenn es aussah als hätte man schon hier Sex. Nicht, wenn es nur dafür da war einen Sexpartner zu finden. Oder mehrere. Die Vorstellung ekelte ihn. Es sollte ihn nicht ekeln, wenn er dazugehören wollte. Trotzdem wollte er sich übergeben.

Jemand hakte sich bei ihm ein. "Ich brauche frische Luft, Brüderchen."

3.22. Magnetfeld

Spanien beobachtete die beiden amüsiert. Gerade umrundeten sie einander in sicherem Abstand. Auch ohne offensichtlich auf den Anderen zu achten, hielten sie immer eine ähnliche Distanz. Wie dieses Magnetfeld, das die Wissenschaftler gerade entdeckt hatten.

Englands Tanzpartnerin stolperte unglücklich. Die Ärmste verringerte damit unbeabsichtigt den Abstand zwischen den Polen.

Frankreich war so nah, dass er nicht umhinkam sich ihr zuzuwenden. Dieser Casanova unterschied nicht zwischen der Frau an seiner Seite und einer anderen. Sobald er allerdings England bemerkte, wich er wieder zurück. Auf ihren Gesichtern zeigte sich nacheinander ein Ausdruck, den der andere nicht sehen konnte.

Spanien hatte etwas entdeckt.

3.23. rote Sterne

Groß und rot fielen sie ihm immer wieder auf. Sie funkelten wie rote Sterne. Lockten ihn, sie zu erkunden. Wollten, das er näher kam und in ihnen versank.

Spanien zwang sich zu blinzeln. Er durfte sich nicht in ihnen verlieren. Egal, wie einladend sie waren. So hübsch. Dieses rote Leuchten war einzigartig und wusste es. Was es nicht weniger anziehend machte. Aber das machte es auch so gefährlich für ihn. Er durfte nicht darauf hereinfallen.

Ein Arm schlang sich um seine Schulter. "Wir sind hoffnungslose Fälle, was?", fragte Frankreich.

"Hah, im Gegensatz zu dir, werde ich es Preußen nie sagen!"

2.22. taktlos

"Warum sind wir uns nicht schon früher näher gekommen? Wir haben genügend Übereinstimmungen", stellte Litauen fest, während er an Preußen vorbei schaute. Sie waren sich zwar näher gekommen, aber das wollte er nicht jedem Vorbeikommenden mitteilen.

Preußen lachte unbekümmert, wie er es meist tat. Ihn schien die Meinung der Öffentlichkeit weniger wichtig. "Vielleicht ist es Euch nicht aufgefallen, aber ich hatte es tatsächlich schon länger versucht. Eure Anstandsdame ist nur jedes Mal dazwischen gegangen. Und ganz taktlos bin ich nicht, auch wenn das jeder zu glauben scheint."

Erstaunlich treffsicher, obwohl Litauen nicht alles verstand. "Meine Anstandsdame?"

"Polen." Das war taktlos!

2.23. Buh-Rufe

Preußen legte seinen Arm um Österreichs Schulter. Er war stolz darauf, das ihr Duett endlich zustande gekommen war. Wie lange er darauf hatte hinarbeiten müssen! Erst hatte Österreich sich geziert überhaupt über seine großartige Idee nachzudenken. Dann hatten sie sich auf keinen Komponisten einigen können. Aber nun war es vollbracht. Sie hatten zusammen musiziert bei einer kleinen Soiree.

"Welch wunderbarer Abend! Das war ein grandioser Erfolg, den wir unbedingt wiederholen sollten, mein Freund", schwärmte er. Ungewöhnlicherweise sträubte Österreich sich nicht gegen so viel körperliche Nähe.

"Wovon sprecht Ihr? Das war eine einzige Katastrophe! Sie haben uns ausgebuht!", begehrte Österreich auf.

3.24. Free Face Hugs!

"Ungarn."

Die Angesprochene murmelt etwas, das wohl eine Antwort sein soll. Ohne von ihrem Smartphone aufzuschauen.

"Ungarn!", sagt Ukraine energischer. Seit einer Stunde ist es als wäre sie Luft. Ihre Freundin reagiert kaum auf sie und lacht nur über Dinge auf ihrem Bildschirm. Eigentlich ist Ungarn aufmerksamer, wenn sie endlich Zeit für ein Treffen haben. Wenn sie eigentlich etwas anderes zu tun hat, hätte sie das ruhig sagen können.

"Entschuldige, es gibt da diese Sache. Es ist einfach zu lustig. Der Hashtag ist Free Face Hugs!" Ungarn lacht wieder.

Face Hugs? Das kann sie auch!

Kurzentschlossen umarmt Ukraine Ungarns Gesicht.

2.25. so richtig abgerockt

Lautes Knattern lenkte Griechenlands Aufmerksamkeit auf die Straße neben dem Hoteleingang.

"Ciao, Griechenland. Hast du lange gewartet?" Italiens Stimme erreichte ihn über das laute Geräusch gerade so. "Der Motor ist leider nicht angesprungen."

Ein Haufen Metallschrott hielt neben Griechenland. Italien saß darin hinter einem gigantischen Lenkrad. Ohne Frontscheibe waren seine Haare mächtig durcheinander geraten und schwarze Flecken waren auf seinem Gesicht.

"Kein Wunder, dass du noch Single bist. Das Teil sollte kein Italiener Cabrio nennen. Darin kannst du kein Date mitnehmen", stellte Griechenland nüchtern fest.

Italien sah überraschenderweise aus als wollte er weinen. "Das Auto war ein Geschenk von Deutschland."

6.2. verwundert

Deutschland betrachtete den Anblick vor sich. Es war eine Seltenheit, das Italien mit jemandem so ausgelassen lachte und er sich keine Sorgen machen musste. Das löste ein komisches Gefühl in seiner Brust aus. Da er gerade nichts anderes zu tun hatte als die Beiden zu beobachten, konnte er die Zeit auch nutzen und das Gefühl erkunden. Das war eine Aufgabe, die ihm dieser seltsame Österreicher Freud gestellt hatte, dem gerade alle begeistert zuhörten. Deutschland hatte ihn nicht so beeindruckend gefunden, aber er versuchte sich trotzdem darauf einzulassen.

Dieses komische Prickeln war eine Mischung aus ... Zufriedenheit und ... etwas Sorge und ... Verwunderung.

6.4. fassungslos

Preußen war fassungslos. Ernsthaft fassungslos.

Er hatte sich heimlich hinter die Frontlinie geschlichen um ihre Schwachstellen herauszufinden. Oder um sie zu sabotieren. Am besten beides. Wie hätte er denn bitte ahnen können, was hier vor sich ging. Es verwirrte ihn, wie Freunde solche Dinge miteinander tun konnten. War es das, was er auch mit Ungarn gerne tun wollte? - Auf keinen Fall! Niemals!

Jetzt hielten sie nicht nur Händchen! Polen zog plötzlich Litauens Kopf zu sich. Und dann küssten sie sich! Wieso taten sie das?!

Preußen hörte jemanden aufkeuchen und zuckte zusammen. Hastig drehte er um. Bloß raus aus dem Lager.

6.6. hibbelig

Auf und ab, immer wieder. Frankreich beobachtete die Bewegung fasziniert.

"Warum bist du nochmal mit mir mitgekommen?", fauchte England ihn an.

"Ich bin nicht mit dir mitgekommen. Du hast mich her gezerrt um mich in den nächsten Flieger zu stecken. Der erst Morgen geht", erwiderte er süffisant.

Flüche kamen aus Englands Mund. Der Mann hatte es echt drauf und gleichzeitig war er noch so ungewöhnlich hibbelig.

Plötzlich straffte er sich. Eine laute, freudige Stimme schallte durch die Empfangshalle. Und im nächsten Moment schon war England in den Armen eines größeren verborgen.

Frankreich schmunzelte, England küsste Amerika unbeachtet ihrer möglichen Beobachter.

6.7. horny

Frankreich küsste Preußen zur Begrüßung auf die Wangen. "Wie immer siehst du unverschämt gut aus für einen Toten, mon amour. Irgendwann musst du mir verraten, wie das geht." Schwärmte er? Natürlich schwärmte er. Aber Preußen würde es eh nie bemerken. Er war so ein herrlicher Dummkopf, wenn es um sich selbst ging.

Wie immer erwiderte Preußen die Küsschen. "Und du bist horny, wie immer", entgegnete er lachend. Das hätte ein Tiefschlag sein können, wenn Frankreich es nicht schon gewohnt wäre.

"Du hast wieder beeindruckenden Slang drauf, aber ich muss dir widersprechen. Ich bin nicht horny. Ich erfreue mich des Lebens."


Nachwort zu diesem Kapitel:
Amerika ist dem Wetter hoffentlich dankbar. Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Pairinginspiration geht an MissGoldenweekArt, unbekannterweise. Hab das Pairing dort gefunden, als ich nach Preußen gesucht habe. ^^'
Nein, ich weiß nicht, warum ich Hitze ständig mit Preußen in Verbindung bringe. Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Ja, vielleicht habe ich an der Kombi seit dem letzten Drabble gefallen gefunden. Wer hätte gedacht, dass sie so gut zusammen funktionieren könnten? Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Einmal angefangen kann ich irgendwie nicht aufhören mit dieser Konstellation. Dabei mag ich das Pairing nicht mal sehr. Sind sie hier überhaupt ein Paar oder nur Freunde? Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Das hier ist immer noch eine Romance-Sammlung. Dachte ich. Wollte ich nochmal versuchen. Also ... Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Diese Geschichte ist mir eigentlich gestern schon eingefallen, aber dann hatte ich keine Zeit für eine zweite. Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Warum tun ihre Hintern weh? Warum sind sie nackt? Wie sind sie in die Ausnüchterungszelle gekommen? Wahrscheinlich haben sie erst um die Wette getrunken und dann einen Arschbomben-Wettbewerb gemacht. Oder?! Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Hm, November ist irgendwie voller Deutschland Prompts. Ich kann keine Besserung versprechen. Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Alternativer Titel: Klischees.
Lauter Klischees. Manchmal muss es halt stumpf sein. Und im ersten Moment wollte ich jubeln, dass ich diesmal ohne Deutschland ausgekommen bin. Hat gut geklappt, was meint ihr? Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
U-Bahn-Tunnel-Projekt sind wahrscheinlich wieder vier Wörter in der mexx-Zählweise.
Bitte nicht schlagen für die dezente Tunnelzweideutigkeit. Es bot sich so an. Sollte ich es markieren in der Übersicht? Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
No Deutschland mentioned! Ich hab es geschafft.
Was sind wohl die Geheimnisse der beiden? Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Er spricht von WD40, Leute. WD40! Das hat nur nicht mehr rein gepasst. Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Jaaa, ich hatte schon solche Jungs in der Bahn sitzen, die sich noch den besten Spruch überlegen mussten. Das ist echt harte Arbeit, wisst ihr? Die Mädels, mit denen sie verabredet waren, taten mir ein wenig Leid. Aber Ukraine hat ja Ungarn, den männlichsten Charakter der Serie. Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Pöse Bindestriche wieder ... Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Nicht mein bestes Drabble, ich bin ziemlich erledigt, sorry. Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Wer hat es wohl gewagt Preußens Herz zu stehlen? Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Wenn ich mich nicht verzählt habe, müssten es 200 Wörter sein und nicht 201. Korrigiert mich gerne. Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Wenn dein Date sich Mühe gibt und voll ins Fettnäpfchen tritt. Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Manche Flötensolos sind wirklich Flötensolos. Nicht immer so zweideutig denken. Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Rettung muss nicht immer laut und unentspannt sein. Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Das gute alte "Mix-Tape für die richtige Stimmung". Oder die Liebeserklärung. Oder den richtigen Griff ins Klo ... Ob die Burger wenigstens nicht bei Englands Anblick verdorben sind? Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Es wird hier nicht so deutlich, aber ich mag die Idee von Trans!Polen und Litauen als Paar. Hätte ich das besser ausarbeiten sollen? Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Es kommt in Hetalia nicht so vor, aber eigentlich müssten die beiden sich gut kennen. Vor allem Italien müsste viel von Rom über Griechenland gehört haben. Aber irgendwie interagieren sie kaum / gar nicht ... Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Ja, das sind eigentlich eher traurige Melodien. Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Diese OneShots sollen ja jugendfrei bleiben. Aber da ginge natürlich noch mehr. Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Vielleicht hat hier auch nur jemand schon einen Zuckerschock? Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Ich teile meinen Ohrwurm gerne mit euch. ^^ Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Über wen wohl gestritten wird? ^^ Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Ob er die Akte X nochmal öffnet? Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Es war Zeit ein bisschen Natur zu bewundern. ^^ Ist jemandem mal aufgefallen, das die Brüder keine Brusthaare haben? Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Nerd Polen ist unschuldig! (Ausnahmsweise) Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Vielleicht mein ernsthaftestes Drabble in dieser Sammlung. Und es tut mir nicht Leid. Asexualität hat auch seinen Platz. (Und Russland hat es mir dabei seit meinem Spacetalia OneShot angetan.) Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Es wurde Zeit für etwas Bad Touch Trio. Auch, wenn ich den Namen für die drei nicht mag ... Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Free Face Hug, ne? Zwischen Ukraines Brüsten ist ja Platz. Oder so ... Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Italien ist immer noch stolz auf seinen Kübelwagen ... Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
KleinPreußen ist noch nicht bereit für Liebe. Egal zu oder zwischen wem auch immer.

Na ja, ist er irgendwann erwachsener geworden? Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
hibbelig ist zwar eher die Manifestation eines Gefühls nach aussen, aber was solls. Komplett anzeigen

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Kommentare zu dieser Fanfic (1)

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Von:  _Delacroix_
2025-09-01T14:46:53+00:00 01.09.2025 16:46
Ist so ein Handtuch nicht immer die passendste Kleidung? XD
Der war wirklich gut.
Antwort von:  loire
01.09.2025 17:04
Well... IM Regen hätte es nicht die gleiche Wirkung gehabt?
Danke. ^^


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